MIDIA-Hub: Bessere Nachsorge von Krebserkrankungen, optimierte Therapie gegen Multiple Sklerose

Der Digitale FortschrittsHub MIDIA-Hub verfolgt das Ziel, digitale Lösungen für eine sektorenübergreifende, patientenzentrierte Versorgung praxisnah weiterzuentwickeln und nachhaltig in der Versorgung zu verankern. Aufbauend auf erfolgreichen Vorarbeiten der Medizininformatik-Initiative werden digitale Anwendungen gemeinsam mit Kliniken, niedergelassenen Praxen, Patientinnen und Patienten, sowie Industriepartnern entwickelt, erprobt und in die Versorgung überführt.
Über das Projekt
Der MIDIA-Hub (MIRACUM DIFUTURE Alignment Hub) wird als Digitaler FortschrittsHub Gesundheit der Medizininformatik-Initiative (MII) vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Der Hub baut auf den in der ersten Förderphase (01.07.2021-31.12.2025) etablierten technischen und organisatorischen Strukturen der MII-Konsortien MIRACUM und DIFUTURE auf und entwickelt diese in der zweiten Förderphase (01.01.2026-31.12.2029) gezielt weiter.
Im Mittelpunkt steht die Optimierung der sektorenübergreifenden Kommunikation zwischen Universitätskliniken, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten. Hierfür werden digitale Arzt- und Patientenportale eingesetzt, die eine strukturierte, interoperable Kommunikation sowie die Erfassung patientenberichteter Daten ermöglichen.
Ein zentraler inhaltlicher Schwerpunkt ist der neurologische Anwendungsfall, insbesondere die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose. Dieser wird standortübergreifend an den Universitätskliniken München und Erlangen umgesetzt und erstmals systematisch um ein hausärztliches Forschungspraxisnetzwerk erweitert. Dadurch wird die gesamte Patient Journey von der hausärztlichen Versorgung über die Facharztpraxis bis zur universitären Spitzenmedizin digital unterstützt.
Ergänzend beteiligt sich der MIDIA-Hub an einem hubübergreifenden Querschnitts-Anwendungsfall, der die digitale Begleitung komplexer Patient Journeys adressiert. Dabei wird unter anderem das Prähabilitationskonzept aus dem LeMeDaRT-Hub im Kontext gynäkologischer Tumorerkrankungen integriert und weiterentwickelt.
Ein mittelständischer Industriepartner übernimmt den Betrieb und die gemeinsame Weiterentwicklung einer Plattform zur konsiliarischen Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten in niedergelassenen Praxen untereinander und den universitären Partnern sowie zwischen den Praxen und zwischen Patientinnen und Patientien. Nationale digitale Infrastrukturen wie die Telematikinfrastruktur (TI), KIM und die elektronische Patientenakte (ePA) werden – sofern verfügbar – eingebunden und hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit für Versorgung und Forschung evaluiert.
Die aktive Einbindung von Patientinnen und Patienten, Patientenvertreterinnen und -vertretern sowie ein konsequentes Co-Design mit Ärztinnen, Ärzten und Betroffenen sind zentrale Prinzipien des MIDIA-Hubs. Ziel ist es, digitale Lösungen zu entwickeln, die messbaren Nutzen für die Patientenversorgung stiften und zugleich wissenschaftlich verwertbare Daten für Forschung und Qualitätsverbesserung bereitstellen.
Projektziele im Überblick
- Fokus auf einen neurologischen Anwendungsfall (Multiple Sklerose) an beiden Standorten
- Fokus auf einen hub-übergreifenden Anwendungsfall (gynäkologische Tumoren) an beiden Standorten
- Weiterentwicklung erfolgreicher Vorarbeiten aus der ersten Förderphase der MII
- Verbesserung der sektorenübergreifenden konsiliarischen Kommunikation zwischen ambulanten Versorgern und den universitären Zentren sowie zwischen Patientinnen und Patienten und ambulanten Versorgern
- Einbindung eine hausärztlichen Forschungspraxisnetzwerks zur Stärkung der Primärversorgung
- Nutzung und Weiterentwicklung einer Kommunikationsplattform gemeinsam mit einem mittelständischen Industriepartner
- Einbindung und Evaluation von gematik-Strukturen (TI, KIM, ePA)
- Enge Zusammenarbeit mit MII, NUM und den anderen Digitalen FortschrittsHubs
- Beteiligung an einem hubübergreifenden Querschnitts-Anwendungsfall zur digitalen Patient Journey
- Aktive Patientenbeteiligung durch Co-Design, PROMs und Selbstdokumentation
- Erzielung konkret versorgungsrelevanter, skalierbarer Ergebnisse
Kooperationspartner
- TUM Klinikum der Technische Universität München (TUM)
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
- Universitätsklinikum Erlangen
- Kliniken und Polikliniken für Neurologie an beiden Standorten
- Institute für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung an beiden Standorten
- Kliniken und Polikliniken für Frauenheilkunde an beiden Standorten
- Niedergelassene neurologische Facharztpraxen
- Hausärztliches Forschungspraxisnetzwerk (BayFoNet)
- Monks – Ärzte im Netz GmbH
- Patienten- und Bürgervertretungen, u. a. Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)
- Datenintegrationszentren beider Standorte
- Klink-IT an beiden Standorten
Leitung des Digitalen FortschrittsHubs
Hub-Koordinator: 📍 Ismaninger Str. 22, 81675 München oder Prof. Dr. med. Thomas Ganslandt Professur für Medial Data Science 📍 Wetterkreuz 15, 91058 Erlangen-Tennenlohe

Koordination & Kontakt
Prof. Dr. Martin Boeker
Lehrstuhl für Medizinische Informatik
Institut für Künstliche Intelligenz und Informatik in der Medizin (AIIM)
Klinikum der Technischen Universität München
📞 +49 (0) 89 4140 4320
✉️ martin.boeker@tum.de
Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
📞 +49 9131 85 67782
✉️ thomas.ganslandt@fau.de

